Zu den heutigen Aussagen der EU-Kommissionspräsidentin zum Thema Atomkraft erklärt Bundesumweltminister Carsten Schneider:
„Es spricht Bände, dass der Kern dieser rückwärtsgewandten Strategie aus neuen Subventionen für Atomkraftwerke besteht. Wenn eine Risiko-Technologie nach einem dreiviertel Jahrhundert noch immer am staatlichen Tropf hängt und es längst bessere Alternativen gibt, sollte man daraus Konsequenzen ziehen. Stattdessen noch mehr Steuergeld für neue Risikoreaktoren auszugeben, lehne ich ab.
Um nennenswert neue Reaktoren zu errichten, müsste sehr viel Geld in die Hand genommen werden, das dann anderer Stelle fehlen würde. Dazu kommt: Diese kleinen Atomkraftwerke werden schon seit Jahrzehnten angekündigt, schaffen aber den Durchbruch nicht und ringen stattdessen um Subventionen. Auch wenn die Anlagen kleiner werden, werden die Probleme in der Summe größer.
Sauberer, ungefährlicher Strom aus Wind und Sonne ist günstiger, treibt längst die Energiewende an und produziert keinen strahlenden Müll.
Für Deutschland gilt nach wie vor: Statt auf eine nukleare Fata Morgana setzen wir auf bessere, sicherere und günstigere Alternativen. Unser Land ist dank des Atomausstiegs ein ganzes Stück sicherer geworden. Der vor 15 Jahren erreichte Atomkonsens hat unserem Land gutgetan, das sollten wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.“